Die 15 größten Veränderungen beim Reisen 2026: Was du wissen musst

Du hast vor sechs Monaten einen Flug nach London gebucht. Eigentlich unkompliziert, oder? Nur dass du jetzt eine UK ETA brauchst, die es letztes Jahr noch gar nicht gab. Deine Airline muss dir bei einer Stornierung automatisch den Preis erstatten. Und wenn deine Route über den Nahen Osten führt, existiert sie möglicherweise gar nicht mehr. Die größten Veränderungen beim Reisen 2026 kamen schneller, als irgendein Reiseplan mithalten konnte.
Reisen sieht 2026 völlig anders aus als noch vor einem Jahr. Neue Einreisebestimmungen (UK ETA, REAL ID in den USA, ESTA-Verschärfungen), umgekrempelte Airline-Regeln (Southwest mit fester Sitzplatzzuweisung, automatische Rückerstattungen), ein Kerosinpreis-Schock durch den Iran-Konflikt und eine Welle neuer Touristensteuern in Europa und Japan haben die Spielregeln neu geschrieben. Dieser Überblick fasst die 15 größten Veränderungen zusammen – und was sie für deine nächste Reise bedeuten.
Neue Einreisebestimmungen, die du nicht ignorieren kannst
Der bürokratische Aufwand beim Reisen ist 2026 deutlich gestiegen. Drei große Änderungen betreffen Millionen von Reisenden – und wer eine davon übersieht, riskiert eine Zurückweisung am Gate oder stundenlange Verzögerungen am Flughafen.
1. REAL ID in den USA (und eine Strafe von ~€41)
Seit dem 1. Februar 2026 wird an US-Sicherheitskontrollen jeder, der keinen REAL-ID-konformen Ausweis vorlegt, an TSA ConfirmID verwiesen – ein biometrisches Identifizierungssystem, das $45 (~€41) pro 10-Tages-Zeitfenster kostet. Fällt der Rückflug außerhalb dieses Zeitfensters, wird erneut kassiert. Die TSA empfiehlt dringend, vorab über Pay.gov zu bezahlen, um Verzögerungen an der Sicherheitskontrolle zu vermeiden.
Die gute Nachricht: Erste Daten zeigen, dass 95–99 % der Reisenden bereits konforme Ausweise vorlegen. Die vollständige Durchsetzung ist für den 5. Mai 2027 vorgesehen – die $45-Option ist also eine Übergangslösung, kein Dauerzustand. Für europäische Reisende gilt: Wer mit einem gültigen Reisepass in die USA fliegt, ist davon nicht betroffen. Die Regelung betrifft in erster Linie US-Bürger, die auf Inlandsflügen ihren Führerschein verwenden (US-Umfrage).
2. Großbritannien verlangt jetzt eine ETA von US-Amerikanern – und bald wohl auch von allen anderen
Seit dem 25. Februar 2026 können US-Amerikaner nicht mehr einfach mit dem Reisepass ins Vereinigte Königreich einreisen. Die neue Electronic Travel Authorization (ETA) ist für alle visumfrei Einreisenden Pflicht – auch für US-Bürger. Sie kostet seit dem 8. April 2026 £20 (zuvor £16), gilt zwei Jahre und erlaubt mehrfache Einreisen mit einem Aufenthalt von bis zu sechs Monaten.
Der Antrag läuft über die offizielle UK-ETA-App und dauert nur wenige Minuten – die Genehmigung kann allerdings bis zu 72 Stunden in Anspruch nehmen. Auch wer nur an einem britischen Flughafen umsteigt, braucht eine ETA. Damit reiht sich das Vereinigte Königreich in Systeme wie die US-amerikanische ESTA und das kommende europäische ETIAS ein. Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger gilt die ETA-Pflicht bereits seit dem 2. April 2025.
3. ESTA bekommt eine Selfie-Pflicht und Social-Media-Überprüfung
Wer mit dem Visa Waiver Program in die USA einreist, muss beim ESTA-Antrag jetzt ein passfotoartiges Selfie hochladen. Zusätzlich will die US-Zollbehörde (CBP) die Angabe von Social-Media-Benutzernamen der letzten fünf Jahre sowie Telefonnummern und E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre verpflichtend machen.
Die Social-Media-Regelung wurde bis Februar 2026 öffentlich kommentiert und wird Stand April 2026 noch geprüft. Die Eckdaten des ESTA-Verfahrens bleiben unverändert ($21 Gebühr, zwei Jahre Gültigkeit), doch der Antragsprozess selbst verlagert sich zunehmend auf die ESTA Mobile App. Wer als DACH-Reisender in die USA will, sollte die aktuellen Anforderungen frühzeitig prüfen.
4. Die USA haben ihr Einreiseverbot massiv ausgeweitet
Neben den ESTA-Änderungen hat die Präsidentielle Proklamation 10998 (gültig seit 1. Januar 2026) die Zahl der Länder mit US-Einreisebeschränkungen mehr als verdoppelt. Das ursprüngliche Verbot umfasste 19 Länder; die erweiterte Fassung betrifft 39 Länder plus Inhaber von Dokumenten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Neunzehn Länder sind von einer vollständigen Visumaussetzung über alle Kategorien betroffen, während 20 weitere mit teilweisen Einschränkungen bei Touristen-, Studenten- und Austauschvisa rechnen müssen.
Wer ein vor dem 1. Januar 2026 ausgestelltes gültiges Visum besitzt, ist nicht betroffen. Neue Anträge aus betroffenen Ländern müssen jedoch mit deutlich längeren Bearbeitungszeiten und höheren Ablehnungsquoten rechnen. Selbst Reisende aus nicht betroffenen Ländern sollten mit Welleneffekten rechnen: verschärfte Kontrollen, längere Warteschlangen und Routenveränderungen, da Airlines ihre Flugpläne anpassen. Die vollständige Liste inklusive Ausnahmen findest du beim US-Außenministerium.
5. Europas biometrische Grenzkontrolle ist jetzt voll in Betrieb
Das europäische Einreise-/Ausreisesystem (EES) ist seit dem 10. April 2026 voll betriebsbereit und ersetzt Passstempel durch biometrische Datensätze an den Grenzen von 29 europäischen Ländern. Fingerabdrücke und Gesichtsbild werden bei der Einreise erfasst und mit den Reisedokumenten verknüpft. Seit dem phasenweisen Rollout ab Oktober 2025 wurden bereits über 45 Millionen Grenzübertritte im System registriert.
Was heißt das konkret? Beim ersten Besuch musst du mit längeren Wartezeiten an der Grenzkontrolle rechnen, da die biometrische Erfassung einige Minuten dauert. Folgereisen gehen schneller, sobald deine Daten im System sind. Außerdem wird die 90/180-Tage-Aufenthaltsregel automatisch überwacht – bei Überziehung schlägt das System sofort bei der Ausreise an. Und ETIAS, das separate Reisegenehmigungssystem (ähnlich der US-ESTA), soll im vierten Quartal 2026 starten – für Bürger aus über 60 visumfreien Ländern, darunter die USA, Kanada und das Vereinigte Königreich. Kosten: €7. Für Bürger aus EU- und Schengen-Ländern – also auch Deutschland, Österreich und die Schweiz – gilt weder das EES noch ETIAS. Mehr dazu in unserem Leitfaden zum EES und unserer Erklärung zu ETIAS für US-Reisende.
Änderungen bei Airlines, die alles auf den Kopf stellen
Wer 2026 noch nicht geflogen ist, wird am Gate und im Posteingang einiges Neues bemerken. Zwei der größten Umstellungen betreffen die Sitzplatzwahl und die Rückerstattung.
6. Southwest hat die freie Platzwahl nach 54 Jahren abgeschafft
Am 27. Januar 2026 hat Southwest Airlines die freie Platzwahl beendet und auf feste Sitzplatzzuweisung umgestellt. Die US-Airline bietet nun drei Kategorien: Standard (im hinteren Bereich), Preferred (weiter vorne) und Extra Legroom (Notausgangsreihen, 8–13 cm mehr Beinfreiheit). Das Boarding wurde in acht Gruppen unterteilt – basierend auf Tarif, Treueprogramm-Status und Sitzplatzposition.
Die Reaktionen fielen gemischt aus. Familien befürworteten die Garantie, zusammensitzen zu können. Langjährige Southwest-Stammkunden empfanden den Wegfall der freien Platzwahl als Verlust des Alleinstellungsmerkmals. Anfänglich gab es Probleme mit den Gepäckfächern, weil frühere Boarding-Gruppen die Fächer über den vorderen Reihen bereits belegt hatten. Southwest rechnet durch die Umstellung mit Mehreinnahmen von über einer Milliarde Dollar.
7. Automatische Rückerstattung bei Flugstreichungen ist jetzt Gesetz
Die Vorschrift des US-Verkehrsministeriums (DOT) zur automatischen Rückerstattung, die Ende 2024 vollständig in Kraft trat, verändert nun spürbar, wie Airlines in den USA mit Stornierungen und erheblichen Verspätungen umgehen. Als „erheblich“ gelten dabei 3+ Stunden auf Inlandsflügen, 6+ Stunden auf internationalen Flügen. Airlines müssen Rückerstattungen automatisch innerhalb von 7 Werktagen bei Kreditkartenzahlung und 20 Kalendertagen bei anderen Zahlungsarten leisten.
Die entscheidende Änderung: Passagiere müssen nicht mehr aktiv eine Erstattung beantragen oder sich durch den Kundenservice kämpfen. Wird ein Flug gestrichen oder massiv verspätet und nimmt man keine Umbuchung an, steht einem das Geld zu. Punkt. In der EU gelten ähnliche Regelungen über die Fluggastrechte-Verordnung (EG) Nr. 261/2004, die sogar zusätzliche Entschädigungen bei Verspätungen ab 3 Stunden vorsieht. Für eine vollständige Anleitung zur Rückerstattung in den USA lies unseren Leitfaden bei Flugstornierungen.
8. Versteckte Hotelgebühren müssen jetzt vorab angezeigt werden
Die US-Verbraucherschutzregel gegen irreführende Gebühren (FTC Unfair or Deceptive Fees Rule) trat am 12. Mai 2025 in Kraft, und 2026 läuft die Durchsetzung auf Hochtouren. Hotels in den USA müssen den Gesamtpreis inklusive aller Pflichtgebühren (Resort-Gebühren, Zielortabgaben, Ausstattungszuschläge) bei jeder Preisanzeige angeben. Die Gebühren selbst werden nicht verboten – aber das Verstecken bis zum Bezahlvorgang schon.
Die FTC schätzt, dass Verbraucher dadurch bis zu 53 Millionen Stunden pro Jahr einsparen (US-Umfrage), die zuvor für die Suche nach dem tatsächlichen Endpreis aufgewendet wurden. In der Praxis sehen Hotelpreise auf Buchungsseiten jetzt höher aus – aber nur, weil man endlich die echte Summe sieht. Drittanbieter-Plattformen und Reisevermittler unterliegen ebenfalls dieser Regel. In der EU ist die Angabe des Gesamtpreises schon länger verpflichtend.
Der Preisschock bei den Flugtickets
Der Iran-Konflikt, der Ende Februar 2026 eskalierte, hat die US-Kerosinpreise fast verdoppelt und Inlandsflüge in den USA je nach Strecke um 15–124 % verteuert. Internationale Flüge stiegen auf manchen Korridoren um 30–40 %. Anders als Regelungen, die man vorab nachlesen kann, schreibt ein Krieg das Reisebudget über Nacht um. Was passiert ist – und was es für deine nächste Buchung bedeutet.
9. Kerosinpreise fast verdoppelt – und dein Ticket hat die Zeche bezahlt
Seit dem Beginn der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran am 28. Februar 2026 sind die Kerosinpreise in den USA fast auf das Doppelte gestiegen – von $2,50 pro Gallone am 27. Februar auf $4,88 Anfang April. Diese Kosten wurden direkt an die Passagiere weitergegeben. Analysten der Deutschen Bank stellten fest, dass die durchschnittlichen Inlandsflugpreise in den USA für kurzfristige Buchungen um 15 % bis 124 % stiegen – abhängig von der Strecke. Auf internationalen Routen betrug der Anstieg 30–40 %.
Die Blockade der Straße von Hormus drosselt sowohl Rohöl- als auch Treibstofflieferungen. Analysten erwarten, dass die Flugpreise auch bei einer Deeskalation bis 2027 um 5–10 % über dem Vorkrisenniveau liegen werden. Auch für europäische Reisende wirkt sich der gestiegene Kerosinpreis aus – besonders auf Langstreckenflügen und Routen durch den Nahen Osten. Warum dein Flug gerade so teuer ist, erklären wir in unserem Beitrag Warum Flüge 2026 so teuer sind.
Buchungsflexibilität ist wichtiger denn je. Feste, nicht erstattbare Tarife sind ein Risiko, wenn Strecken wöchentlich gestrichen werden. Zahle lieber den Aufpreis für flexible Tickets, wenn deine Reisedaten noch nicht feststehen.
10. Der Nahost-Luftraum gleicht einem Labyrinth
Der Luftraum über dem Iran, Irak, Kuwait und Syrien ist per NOTAM vollständig gesperrt. Der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Bahrains bleibt stark eingeschränkt, mit begrenzten Ein- und Ausflugpunkten. Emirates operiert mit rund 53 % des normalen Flugplans. Qatar Airways hat etwa 43 % der Flotte am Boden.
Für Reisende bedeutet das: Flüge zwischen Europa und Asien oder Australien werden nach Norden über den Kaukasus oder nach Süden über Ägypten und Oman umgeleitet – das kostet Stunden und treibt den Ticketpreis. Ein Flug von London nach Singapur, der normalerweise 12 Stunden dauert, kann mit Südumleitung jetzt 15+ Stunden in Anspruch nehmen. Manche Routen wurden komplett eingestellt. Wer durch die Region fliegt, findet in unserem Leitfaden zur Nahost-Luftraumkrise alternative Flugrouten und aktuelle Airline-Informationen.
Die Touristensteuer-Welle
Übertourismus ist kein neues Problem – aber 2026 ist das Jahr, in dem Regierungen beschlossen haben, tatsächlich dafür zu kassieren. Von Venedig über Edinburgh bis Kyoto: Der Preis dafür, als Tourist aufzutauchen, ist gestiegen.
11. Venedig verlangt Eintritt – und verdoppelt, wenn du zu spät buchst
Venedigs Eintrittsabgabe ist 2026 zurück und gilt an 60 festgelegten Tagen von April bis Juli. Wer mindestens vier Tage im Voraus bucht, zahlt €5. Wer erst kurzfristig bucht, zahlt €10. Nach der Buchung erhältst du einen QR-Code, der an elektronischen Drehkreuzen an Venedigs Hauptzugängen gescannt wird.
Die Abgabe gilt zwischen 8:30 und 16:00 Uhr. Wer außerhalb dieser Zeiten ankommt, ist befreit – ebenso Übernachtungsgäste, Einheimische, Studierende und Berufstätige. Wer ohne Zahlung erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von €50–300. Mehr zum Widerstand europäischer Städte gegen den Massentourismus in unserem Beitrag über Europas Kampf gegen den Übertourismus.
12. Edinburgh wird die erste britische Stadt mit Touristensteuer
Ab dem 24. Juli 2026 erhebt Edinburgh eine Besucher-Abgabe von 5 % auf alle kostenpflichtigen Übernachtungen, gedeckelt auf fünf Nächte. Hotels, Hostels, Pensionen und Airbnbs sind gleichermaßen betroffen. Die Stadt rechnet mit Einnahmen von bis zu £50 Millionen pro Jahr.
Es gibt eine Bestandsschutzklausel: Aufenthalte, die vor dem 1. Oktober 2025 gebucht und (ganz oder teilweise) bezahlt wurden, sind ausgenommen. Edinburgh ist die erste britische Stadt mit einer solchen Abgabe – andere schottische und englische Städte beobachten das genau. Für DACH-Reisende ist das Prinzip vertraut: Kurtaxen und Übernachtungsabgaben gibt es in vielen deutschen und österreichischen Städten längst.
13. Japans Ausreisesteuer verdreifacht sich, Kyoto führt Hotelsteuer ein
Ab Juli 2026 verdreifacht sich Japans Ausreisesteuer von ¥1.000 auf ¥3.000 (~€18) pro Person. Sie gilt für alle, die das Land verlassen – japanische Staatsbürger eingeschlossen – und wird direkt in den Flugpreis eingerechnet. Die Regierung erwartet, dass die Erhöhung im Fiskaljahr 2026 rund ¥130 Milliarden (~€800 Millionen) einbringt.
Parallel dazu hat Kyoto im März 2026 eine Übernachtungssteuer eingeführt, die bei gehobenen Unterkünften bis zu ¥10.000 (~€61) pro Nacht erreichen kann. Zum Vergleich: Zuvor gab es in Kyoto überhaupt keine Übernachtungssteuer. Die Einnahmen fließen in Besucherlenkung, mehrsprachige Beschilderung und den Erhalt von Kulturstätten.
14. Norwegen tritt dem Touristensteuer-Club bei
Norwegen hat einen 3-prozentigen „Besucherbeitrag“ auf Übernachtungen und Kreuzfahrt-Passagiere genehmigt, der 2026 schrittweise eingeführt wird. Es handelt sich nicht um eine landesweite Pflicht: Kommunen müssen eine Genehmigung beantragen und nachweisen, dass der Tourismus die öffentliche Infrastruktur belastet. Die Lofoten und Tromsø gehören zu den ersten Gebieten, die die Abgabe einführen.
Die Steuer gilt für Hotels und Kurzzeitvermietungen (einschließlich Airbnb), aber Wohnmobile, Zelte und Boote sind ausgenommen. Der Hintergrund: ein Rekord von 12,4 Millionen ausländischen Übernachtungen im Jahr 2024 – ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr.
| Reiseziel | Art der Abgabe | Höhe | Inkrafttreten | Status |
|---|---|---|---|---|
| Venedig | Tagesbesucher-Eintritt | €5–10 pro Besuch | Apr.–Jul. 2026 | Aktiv |
| Edinburgh | Übernachtungsabgabe | 5 % (max. 5 Nächte) | 24. Jul. 2026 | Demnächst |
| Kyoto | Übernachtungssteuer | Bis zu ~€61/Nacht | März 2026 | Aktiv |
| Japan (landesweit) | Ausreisesteuer | ¥3.000 (~€18) | Jul. 2026 | Demnächst |
| Norwegen (ausgew. Regionen) | Besucherbeitrag | 3 % der Übernachtung | 2026 | Schrittweise Einführung |
* Dollarumrechnungen in Euro basieren auf einem annähernden Wechselkurs von $1 ≈ €0,92 (Stand April 2026).
Das Muster ist eindeutig: Beliebte Reiseziele verlagern die Kosten für die touristische Infrastruktur von den Einheimischen auf die Besucher. Plane dein Budget entsprechend.
Regeln an Reisezielen, die viele kalt erwischt haben
Manche der größten Veränderungen 2026 haben nichts mit Flughäfen oder Airlines zu tun – sondern mit dem, was nach der Ankunft passiert.
15. Machu Picchu hat sein gesamtes Besuchersystem umgebaut
Peru hat den Zugang zu Machu Picchu für 2026 komplett neu strukturiert. Das bisherige Drei-Rundgang-System wurde durch 10 farbcodierte Teilrouten ersetzt, jeweils mit festgelegten Wegen, Zeitfenstern und separaten Ticketpreisen. Die tägliche Besucherobergrenze liegt an normalen Tagen bei 4.500 und an Spitzentagen bei 5.600 (darunter Juni bis Anfang November). Die Route wird beim Ticketkauf gewählt, und bestimmte Bergwanderrouten stehen nur in der Hauptsaison zur Verfügung.
Tickets gibt es ausschließlich über die offizielle Regierungsplattform (tuboleto.culture.pe). Drittanbieter dürfen nicht verkaufen. Und wer den Inka-Trail plant, sollte wissen: Das Trail-Ticket beinhaltet nicht mehr den Eintritt zur Zitadelle – beides muss separat gekauft werden.
Der geopolitische Joker: Kanadas Boykott von US-Reisen
Nicht jede Veränderung auf dieser Liste geht auf eine staatliche Regelung oder Airline-Richtlinie zurück. Manche entstehen, weil Reisende selbst andere Entscheidungen treffen. Politische Spannungen und Handelszölle haben einen massiven kanadischen Boykott von US-Reisen ausgelöst – mit geschätzten direkten Verlusten von ~€4,1 Milliarden ($4,5 Mrd.) für die US-Wirtschaft.
Grenzübertritte mit dem Auto sind im Jahresvergleich um 30 % gesunken, der Flugverkehr von Kanada in die USA ist um 24 % zurückgegangen. Airlines haben als Reaktion fast 450.000 Sitzplätze auf Routen von Kanada in die USA gestrichen – Flair Airlines hat die US-Kapazität um 58 % gekürzt.
„Der Boykott ist real und geht tief. Er ist über einen Social-Media-Moment hinausgewachsen – das ist echtes wirtschaftliches Verhalten.“– Bruce Heyman, ehemaliger US-Botschafter in Kanada, CBC News
Umfragen zeigen, dass 59–62 % der Kanadier angeben, die US-Regierungspolitik mache sie deutlich weniger reisebereit gegenüber den USA. Viele buchen stattdessen Reisen nach Mexiko, Europa oder innerkanadische Ziele um. Für DACH-Reisende, die in die USA planen, könnte das weniger Konkurrenz um Hotelzimmer bedeuten – aber auch veränderte Flugverbindungen und andere Preisgefüge als erwartet.
ETIAS und weitere Änderungen, die 2026 noch kommen
Zwei weitere Veränderungen stehen bevor, die es zeitlich nicht mehr auf diese Liste geschafft haben, aber noch vor Jahresende spürbar werden.
ETIAS (Europäisches Reiseinformations- und -genehmigungssystem): Mit einem geplanten Start im vierten Quartal 2026 wird dieses System Bürger von über 60 visumbefreiten Ländern (USA, Kanada, Vereinigtes Königreich, Australien u. a.) verpflichten, vor der Einreise in 30 europäische Länder eine Reisegenehmigung für €7 einzuholen. Der Start wurde mehrfach verschoben, doch die EU hat den Zeitplan bestätigt. Für Bürger der EU und des Schengen-Raums – also auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – ist ETIAS nicht erforderlich. Mehr dazu in unserem ETIAS-Erklärer.
JFK Terminal 6: Die erste Phase (sechs Gates) des neu gebauten JFK Terminal 6 in New York wird im ersten Halbjahr 2026 eröffnet. Airlines wie Lufthansa, JetBlue, Cathay Pacific und Aer Lingus ziehen ein. Das Terminal verspricht Fußwege unter fünf Minuten zu den Gates und rund 9.300 Quadratmeter Annehmlichkeiten. Die vollständige Fertigstellung mit allen zehn Gates ist für 2028 geplant.
Den Überblick behalten, ohne den Verstand zu verlieren
Du musst dir nicht alle 15 Änderungen merken. Du brauchst ein System, das die relevanten Punkte erkennt, bevor sie dich überraschen. Hier ist eine Sechs-Punkte-Checkliste, die die wichtigsten neuen Anforderungen abdeckt.
- Einreisebestimmungen 6–8 Wochen vor Reisebeginn prüfen (UK ETA, ESTA, EES-Biometrie)
- Für US-Inlandsflüge: REAL-ID-Konformität des Ausweises sicherstellen (betrifft US-Bürger)
- Flexible Tarife buchen, solange die Treibstoffpreise schwanken
- Lokale Touristensteuern am Zielort vor der Budgetplanung recherchieren
- Bestätigungs-QR-Codes offline herunterladen (Venedig, Machu Picchu)
- Luftraumstatus prüfen, falls die Route über den Nahen Osten führt
Reiseplaner wie TripProf helfen dabei. Die personalisierten Reiseführer decken Einreisebestimmungen, lokale Steuern und praktische Hinweise für jedes Reiseziel ab – damit du nicht Informationen von einem Dutzend Regierungswebseiten zusammenstückeln musst.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine REAL ID, um 2026 in den USA zu fliegen?
Noch nicht zwingend, aber ohne REAL-ID-konformen Ausweis kostet es $45 (~€41) pro 10-Tages-Zeitfenster über TSA ConfirmID. Ein gültiger Reisepass wird ebenfalls akzeptiert – auch für DACH-Reisende, die ohnehin mit dem Reisepass einreisen. Die vollständige Durchsetzung ohne ConfirmID-Alternative beginnt am 5. Mai 2027.
Brauchen US-Amerikaner jetzt ein Visum für Großbritannien?
Nein, aber eine UK ETA (Electronic Travel Authorization) ist erforderlich. Sie kostet seit dem 8. April 2026 £20, gilt zwei Jahre und ermöglicht mehrfache Einreisen. Der Antrag läuft über die offizielle UK-ETA-App. Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger unterliegen der ETA-Pflicht bereits seit April 2025.
Was ist ETIAS und wann startet es?
ETIAS ist Europas geplantes Reisegenehmigungssystem für Bürger visumbefreiter Länder. Es kostet €7, gilt drei Jahre und soll im vierten Quartal 2026 in 30 europäischen Ländern starten. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Für Bürger der EU und des Schengen-Raums ist ETIAS nicht erforderlich.
Gibt es bei Southwest noch freie Platzwahl?
Nein. Southwest ist am 27. Januar 2026 auf feste Sitzplatzzuweisung umgestiegen und hat damit 54 Jahre freie Platzwahl beendet. Beim Buchen wählst du jetzt zwischen Standard, Preferred oder Extra Legroom.
Wie stark steigen die Flugpreise wegen des Iran-Konflikts?
US-Inlandsflüge sind je nach Strecke um 15–124 % teurer geworden. Internationale Tarife stiegen auf manchen Routen um 30–40 %. Analysten erwarten, dass die Preise bis 2027 um 5–10 % über dem Vorkrisenniveau bleiben – auch auf europäischen Strecken sind die Auswirkungen spürbar.
Muss ich 2026 Eintritt für Venedig bezahlen?
An 60 festgelegten Tagen zwischen April und Juli zahlen Tagesbesucher €5 (bzw. €10 bei weniger als vier Tagen Vorlaufzeit). Die Gebühr gilt von 8:30 bis 16:00 Uhr. Übernachtungsgäste, Einheimische und Studierende sind befreit.
Auf welche Reiseänderungen sollte ich mich in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorbereiten?
Drei große Änderungen kommen im zweiten Halbjahr 2026. ETIAS, Europas neue Reisegenehmigung für visumbefreite Besucher, soll im vierten Quartal in 30 Ländern starten. Japans verdreifachte Ausreisesteuer (¥3.000, ~€18) tritt im Juli in Kraft. Und Edinburghs 5-prozentige Besucher-Abgabe auf Übernachtungen beginnt am 24. Juli – die erste Touristensteuer auf Stadtebene im Vereinigten Königreich.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Ausweis vor dem Fliegen prüfen. In den USA kostet ein nicht REAL-ID-konformer Ausweis jetzt $45 (~€41) pro Reise. DACH-Reisende sind mit dem Reisepass auf der sicheren Seite.
- Neue Einreiseformalitäten sind die Norm. UK ETA, ESTA-Selfie, Europas EES-Biometrie und ETIAS (kommt im Q4) – Auslandsreisen erfordern mehr Vorbereitung.
- Airlines schulden dir automatisch eine Rückerstattung. Bei Streichungen oder Verspätungen über 3 Stunden (Inland) bzw. 6 Stunden (international) in den USA. In der EU greifen ähnliche Fluggastrechte schon länger.
- Flugpreise sind hoch und volatil. Der Iran-Konflikt hat die Treibstoffpreise massiv in die Höhe getrieben. Flexible Tarife buchen und Preise aktiv beobachten.
- Touristensteuern breiten sich schnell aus. Venedig, Edinburgh, Kyoto, Norwegen und Japans landesweite Ausreisesteuer – das alles sind neue Kosten. Vor der Reise einkalkulieren.
- Machu Picchu erfordert Vorausplanung. Zehn Routen, tägliche Obergrenzen, Ticketverkauf nur über die offizielle Plattform und separater Inka-Trail-Eintritt machen Spontanbesuche unmöglich.
- Alle Änderungen an einem Ort verfolgen. Bei Regeln, die sich über Dutzende Reiseziele hinweg ändern, sparen Reiseplaner wie TripProf, die Einreisebestimmungen, lokale Steuern und praktische Hinweise bündeln, echte Zeit.
- Flexibel bleiben. Zwischen Luftraumsperrungen, Preisschwankungen und politischen Boykotten belohnt 2026 Reisende, die Anpassungsfähigkeit in ihre Pläne einbauen.
Quellen
- TSA: US-Sicherheitsbehörde – $45-ConfirmID-Gebühr für Reisende ohne REAL ID, gültig ab 1. Februar 2026
- UK Home Office: Britisches Innenministerium – Electronic Travel Authorisation Factsheet, £20-Gebühr ab 8. April 2026
- VisaVerge: Reise-Nachrichtenportal – ESTA-Selfie und Social-Media-Offenlegungspflichten für VWP-Reisende
- Europäische Kommission: Entry/Exit System (EES) voll betriebsbereit seit 10. April 2026
- CNBC: US-Wirtschaftsmedium – Southwest Airlines beendet freie Platzwahl nach 54 Jahren, 27. Januar 2026
- US Department of Transportation: US-Verkehrsministerium – Regelung zur automatischen Rückerstattung bei Flügen
- Federal Trade Commission: US-Verbraucherschutzbehörde – Regel zur Gesamtpreisanzeige bei Hotels
- CNBC: US-Wirtschaftsmedium – Flugpreisanstieg und Kerosinpreiserhöhung infolge des Iran-Konflikts
- CNN: US-Nachrichtenkanal – Sperrungen im Nahost-Luftraum und Auswirkungen auf den Flugverkehr
- Lonely Planet: Reisemagazin – Venedigs Eintrittsabgabe 2026 und Buchungssystem
- City of Edinburgh Council: Stadtverwaltung Edinburgh – 5 % Besucher-Abgabe ab 24. Juli 2026
- MATCHA: Japan-Reisemagazin – Verdreifachung der japanischen Ausreisesteuer auf ¥3.000 ab Juli 2026
- AFAR: Reisemagazin – Norwegens 3 % Besucherbeitrag für ausgewählte Regionen
- Euronews: Europäisches Nachrichtenportal – Norwegens Touristensteuer bei Rekordbesucherzahlen
- Fertur Peru Travel: Reiseveranstalter – Machu Picchu 2026: Neues 10-Routen-System und Besucherregeln
- CBC: Kanadischer Rundfunk – Kanada-US-Reiseboykott, $4,5 Mrd. Verluste für die US-Wirtschaft
- CNBC: US-Wirtschaftsmedium – Auswirkungen des Kanada-Boykotts, 450.000 gestrichene Sitzplätze
- CBC: Kanadischer Rundfunk – Grenzübertritte mit dem Auto um 30 % gesunken
- CBC: Kanadischer Rundfunk – Flugverkehr von Kanada in die USA um 24 % zurückgegangen
- NAFSA: US-Bildungsverband – Proklamation 10998, erweitertes Einreiseverbot für 39 Länder
- AFAR: Reisemagazin – ETIAS geplant für Q4 2026, betrifft über 60 visumbefreite Länder
- Gulf News: Golfstaaten-Nachrichtenportal – Emirates mit 53 % Flugplan, Qatar Airways mit 43 % Flotte am Boden
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