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Europas Airbnb-Regulierung 2026: Was Reisende jetzt wissen müssen

TripProf Team15 Min. Lesezeit
Watercolor illustration of a large ornate European apartment door with a heavy brass padlock and chain across its handles, a faded vacation rental , representing europe airbnb regulation 2026

Eure Gruppenreise nach Barcelona ist in drei Monaten geplant. Ihr habt die perfekte Vier-Zimmer-Wohnung gefunden: Dachterrasse, fußläufig zur La Rambla, eine Küche, in der sechs Leute Platz haben. Dann schreibt euch der Gastgeber: „Tut mir leid, meine Lizenz wird nicht verlängert. Ich muss stornieren.“ Dieses Szenario passiert bereits echten Reisenden – und es wird in ganz Europa deutlich häufiger vorkommen.

Kurz & knapp

Ab dem 20. Mai 2026 zwingt die EU-Verordnung 2024/1028 alle 27 Mitgliedstaaten, Gastgeber von Kurzzeitvermietungen zu registrieren und Buchungsdaten mit Behörden zu teilen. Barcelona lässt alle 10.101 Ferienwohnungslizenzen bis 2028 auslaufen. Amsterdam hat sein Limit auf 15 Nächte gesenkt. Paris hat auf 90 Nächte reduziert – mit Bußgeldern im sechsstelligen Bereich. Für Reisende bedeutet das: weniger Angebote, höhere Preise und ein echtes Stornierungsrisiko. Buche lizenzierte Unterkünfte, halte einen Alternativplan bereit und ziehe Alternativen zu Airbnb für deine nächste Europareise in Betracht.

Was sich wirklich ändert: Die EU-Verordnung, die kaum jemand mitbekommen hat

Die meisten Reisenden haben vage Gerüchte über „Airbnb-Verbote“ in Europa gehört. Die eigentliche Geschichte ist aber konkreter – und folgenreicher. Am 20. Mai 2026 tritt die EU-Verordnung 2024/1028 in allen 27 EU-Mitgliedstaaten vollständig in Kraft. Sie verbietet Kurzzeitvermietungen nicht generell. Was sie aber bewirkt: Sie gibt den Kommunen endlich die Durchsetzungsinstrumente, die ihnen seit Jahren fehlen.

Das schreibt die Verordnung konkret vor:

  • Jeder Gastgeber muss sich registrieren und eine eindeutige Kennnummer erhalten, die auf jedem Inserat angezeigt wird.
  • Plattformen müssen prüfen, ob die Registrierungsnummer gültig ist, bevor ein Inserat online geht.
  • Buchungsdaten werden an Behörden weitergegeben – monatlich: Identität des Gastgebers, Adresse der Unterkunft, Anzahl der gebuchten Nächte und Gesamteinnahmen.
  • Nicht konforme Inserate werden entfernt. Plattformen, die nicht handeln, werden rechtlich haftbar.

Stell dir das so vor: Vor dieser Verordnung glich die Durchsetzung dem Versuch, Temposünder ohne Radargeräte zu erwischen. Die Städte wussten, dass es illegale Vermietungen gab – hatten aber keine zuverlässige Möglichkeit, sie zu erfassen. Gastgeber konnten Unterkünfte auf mehreren Plattformen anbieten, ohne sich irgendwo zu registrieren. Und die Behörden mussten Verstöße mühsam einzeln aufspüren.

Das Ausmaß des Problems ist enorm. Laut Eurostat erreichten über Plattformen gebuchte Kurzzeit-Übernachtungen 2025 EU-weit 951,6 Millionen Nächte – ein Plus von 11,4 % gegenüber dem Vorjahr und 32,4 % mehr als 2023. Das sind fast eine Milliarde Tourismus-Übernachtungen, die mit minimaler Aufsicht über Plattformen liefen. Die neue Verordnung ändert das schlagartig: Plattformen müssen Buchungsdaten ab sofort monatlich direkt an die Behörden übermitteln.

951,6 Mio.
Über Plattformen gebuchte Nächte in der EU, 2025
Eurostat 2026
65 Mio. €
Spaniens Bußgeld gegen Airbnb (Dez. 2025)
Euronews
10.101
Auslaufende Lizenzen in Barcelona bis 2028
Rental Scale Up

Die Verordnung schreibt nicht vor, wie streng die Regeln in den einzelnen Ländern sein müssen. Sie macht lediglich die Durchsetzung möglich. Die Städte, die bereits hart durchgreifen, werden nun noch konsequenter vorgehen.

Aquarellillustration einer Europakarte auf gealtertem Papier, mit Ländergrenzen in sanften, gedämpften Farbverläufen

Stadt für Stadt: Wo die Regeln am härtesten zuschlagen

Nicht jede europäische Stadt geht gleich vor – manche verschärfen die Regeln, andere schaffen Ferienwohnungen komplett ab. Wenn du eine Reise in eine dieser Städte planst, kommt es auf die Details an.

Barcelona: Das vollständige Aus

Barcelona geht weiter als jede andere europäische Großstadt. Alle 10.101 HUT-Lizenzen (Ferienwohnungslizenzen) laufen im November 2028 aus und werden nicht verlängert. Spaniens Verfassungsgericht bestätigte diese Entscheidung im März 2025 und gab der Stadt die volle Rechtssicherheit. Seit einem Moratorium von 2014 wurden keine neuen Touristenlizenzen mehr vergeben, und Bußgelder für Betrieb ohne Lizenz erreichen bis zu 600.000 €.

Der Grund ist die Wohnungsnot. Barcelonas Mieten sind in den letzten zehn Jahren um 62,1 % gestiegen – und die Stadt will diese über 10.000 Wohnungen zurück auf den regulären Mietmarkt bringen. Zusätzlich zum Lizenzentzug verhängte Spaniens Verbraucherschutzministerium im Dezember 2025 ein Bußgeld von 65 Millionen Euro gegen Airbnb – wegen 65.122 Inseraten ohne gültige Lizenz.

Was das für dich bedeutet: Wenn du eine Airbnb-Unterkunft in Barcelona für 2027 oder 2028 buchst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Lizenz deines Gastgebers vor deinem Aufenthalt ausläuft. Schon jetzt schrumpft das Angebot an legalen Inseraten. Und seit Juli 2025 benötigen alle Kurzzeitvermietungen in ganz Spanien eine NRU (eindeutige Registrierungsnummer), was es den Behörden erleichtert, landesweit nicht konforme Unterkünfte aufzuspüren und stillzulegen.

Paris: Sechsstellige Bußgelder und ein niedrigeres Limit

Paris hat sein jährliches Kurzzeitvermietungslimit von 120 auf 90 Nächte im Rahmen des Loi Le Meur gesenkt – verabschiedet im November 2024 und gültig seit dem 1. Januar 2025. Das gilt nur für den Hauptwohnsitz. Zweitwohnungen unterliegen noch strengeren Regeln: Sie dürfen nur an Studierende oder Geschäftsreisende vermietet werden, mit umfangreichem Papierkram und höheren Grundsteuern.

Die Kontrolle zeigt Wirkung. Im Februar 2026 wurden zwei Pariser Eigentümer, die ihre Inserate nicht registriert hatten, zu Bußgeldern von 80.000 und 150.000 Euro verurteilt. Frankreichs oberstes Gericht entschied im Januar 2026, dass Airbnb möglicherweise keinen Anspruch auf den Haftungsschutz als Hosting-Anbieter hat – was die Plattform zum Mitverantwortlichen für rechtswidrige Inserate machen könnte. Die Fälle wurden zur endgültigen Entscheidung an die Vorinstanzen zurückverwiesen. Paris hat rund 75.000 Kurzzeitvermietungen für Touristen im Großraum, und die Stadtverwaltung hat angekündigt, „20.000 Wohnungen zurückzugewinnen“.

Bis zum 20. Mai 2026 müssen sich alle französischen Vermieter über einen nationalen Online-Dienst im Rahmen des Loi Le Meur registrieren. Wer das 90-Nächte-Limit überschreitet, riskiert Bußgelder von bis zu 15.000 Euro, und eine Falschregistrierung kann bis zu 20.000 Euro kosten.

Aquarellillustration einer klassischen Pariser Haussmann-Fassade in der Dämmerung, mit schmiedeeisernen Balkonen und Geranien, hohen Fensterläden

Amsterdam: 15 Nächte in den zentralen Vierteln

Amsterdam hat eines der strengsten Regelwerke in Europa. Seit dem 1. April 2026 liegt das jährliche Vermietungslimit in den zentralen Stadtvierteln bei nur noch 15 Nächten pro Jahr. Das betrifft sieben Viertel in Centrum und das Gebiet Oude Pijp in Zuid.

Die Regeln im Detail: maximal 4 Gäste gleichzeitig, eine Vermietungsgenehmigung für 76 Euro pro Jahr, und Bußgelder von bis zu 21.750 Euro (Stand Anfang 2026). Gastgeber müssen die Gemeinde vor jedem Aufenthalt benachrichtigen. Und hier kommt der Haken: Wer zwischen Januar und März 2026 bereits 15 Nächte vermietet hat, ist für das restliche Jahr gesperrt.

Für Reisende bedeutet Amsterdams 15-Nächte-Limit, dass deutlich weniger Inserate verfügbar sein werden – besonders in den Vierteln, in denen die meisten Besucher übernachten wollen. Ein Gastgeber, der seine Wohnung für zwei Wochen im Sommer vermietet, hat sein gesamtes Jahreskontingent aufgebraucht. Für den Rest des Jahres gibt es von dieser Unterkunft null Verfügbarkeit. Hotels und lizenzierte Aparthotels werden in Amsterdams Zentrum zur zuverlässigeren Wahl.

Berlin: Bußgelder bis zu einer halben Million Euro

Deutschlands Hauptstadt kann Verstöße gegen das Kurzzeitvermietungsrecht mit bis zu 500.000 Euro ahnden – geregelt im Zweckentfremdungsverbot. Der Hauptwohnsitz darf mit Genehmigung vermietet werden, Zweitwohnungen sind jedoch auf 90 Tage pro Jahr beschränkt. Allein Friedrichshain-Kreuzberg hat in drei Jahren 717 Bußgeldbescheide über insgesamt 3,1 Millionen Euro erlassen.

Ab dem 20. Mai 2026 erhält die Bundesnetzagentur automatisch alle Buchungsdaten von Plattformen. Damit wird es für nicht lizenzierte Gastgeber nahezu unmöglich, unentdeckt zu bleiben. Eine Pflicht-Registrierungsnummer muss auf jedem Inserat erscheinen – wer sie weglässt, riskiert Bußgelder von bis zu 250.000 Euro.

Ein Warnsignal, auf das du achten solltest: Wenn dein Berliner Inserat keine Registrierungsnummer anzeigt, ist das ein deutlicher Hinweis auf Probleme – für den Gastgeber und für dich. Berlins Kontrolle erfolgt auf Bezirksebene, was bedeutet, dass manche Viertel strenger kontrollieren als andere. Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte sind am konsequentesten.

Florenz, London und weitere Städte

Florenz hat im Oktober 2023 alle neuen Kurzzeitvermietungen in seinem UNESCO-geschützten historischen Zentrum verboten. Bestehende Inserate von vor 2023 dürfen weiter betrieben werden, neue können aber nicht hinzukommen. London setzt ein 90-Nächte-Jahreslimit für komplette Wohnungen durch – Plattformen blockieren die Kalender automatisch, sobald das Limit erreicht ist. Bußgelder bei Überschreitung ohne Genehmigung können 20.000 Pfund erreichen.

Auch Wien, Edinburgh und Lissabon verschärfen ihre Vorschriften. Der Trend ist kontinentweit – und nicht auf einzelne Städte beschränkt.

Aquarellillustration einer Reihe von fünf markanten europäischen Haustüren nebeneinander, jede im architektonischen Stil einer anderen Stadt

Wie sich Preise und Angebot für Reisende verändern

Wenn Tausende Inserate von einem Markt verschwinden, werden die verbleibenden teurer. Genau das spielt sich bereits in Europas meistbesuchten Städten ab.

Eine Euronews-Analyse von 20 europäischen Städten ergab, dass der durchschnittliche Airbnb-Übernachtungspreis bereits bei 284 Euro liegt – gegenüber 244 Euro für Hotels. Diese Differenz hat sich vergrößert, da regulierte Städte einen Rückgang bei Kurzzeitvermietungen verzeichnen. In Barcelona, wo seit 2014 keine neuen Lizenzen mehr vergeben wurden, können die verbleibenden legalen Angebote Premiumpreise verlangen. In Amsterdam halbiert die Senkung des Jahreslimits von 30 auf 15 Nächte die insgesamt verfügbaren Nächte privater Gastgeber in den zentralen Vierteln.

Spanien erwägt zudem eine Mehrwertsteuer von 21 % auf Touristenvermietungen unter 30 Tagen. Derzeit sind Kurzzeitvermietungen in Spanien von der Mehrwertsteuer befreit. Sollte der Vorschlag durchkommen, würde eine Wohnung in Barcelona für 150 Euro pro Nacht nach Steuern effektiv 181,50 Euro kosten. Hotels zahlen bereits den ermäßigten Satz von 10 %.

Stadt Nächte-Limit pro Jahr Maximales Bußgeld Wichtigste Änderung (2026)
Barcelona Komplettes Aus bis Nov. 2028 600.000 € Alle 10.101 Lizenzen laufen aus
Paris 90 Nächte 150.000+ € Nationales Registrierungssystem startet
Amsterdam 15 Nächte (zentral) 21.750 € Von 30 auf 15 Nächte gesenkt (Apr. 2026)
Berlin 90 Tage (Zweitwohnungen) 500.000 € Automatischer Datenaustausch mit Behörden
Florenz Keine neuen Lizenzen (Altstadt) variiert Bestehendes Verbot gilt weiter
London 90 Nächte 20.000 £ Plattformen blockieren automatisch am Limit

Unter dem Strich: Die Annahme „Airbnb ist immer günstiger“ gilt in regulierten europäischen Städten nicht mehr – besonders nicht für Alleinreisende oder Paare. Wo Airbnb preislich noch die Nase vorn hat, ist bei größeren Gruppen, die sich eine Mehrzimmerwohnung teilen. Aber auch dieser Vorteil schwindet, je weiter das Angebot schrumpft.

Es gibt zudem einen versteckten Kostenfaktor, der nicht im Übernachtungspreis auftaucht: die Unsicherheit. Wenn du ein Hotel buchst, weißt du, dass es bei deiner Ankunft noch da ist. Wenn du eine Kurzzeitvermietung in einer Stadt buchst, die aktiv Lizenzen widerruft, besteht ein reales Risiko, dass deine Unterkunft vor dem Einchecken verschwindet. Dieses Risiko hat seinen Preis – auch wenn er nicht auf der Rechnung steht. Falls du gerade Optionen für deine nächste Reise vergleichst: Unser Vergleich von Airbnb und Booking.com zeigt dir, wann welche Plattform wirklich sinnvoll ist.

Aquarellillustration einer Draufsicht auf einen abgenutzten Marmor-Cafétisch mit zwei Stapeln Euro-Banknoten nebeneinander

Das Gruppenproblem: Was passiert, wenn man eine Küche und vier Schlafzimmer braucht

Hier trifft die Regulierung am härtesten. Ein Pärchen, das Paris für ein Wochenende besucht, kann problemlos ins Hotel wechseln. Aber sechs Freunde, die eine Dreizimmerwohnung mit Gemeinschaftsküche gebucht haben? Das ist eine ganz andere Herausforderung.

Gruppenreisende sind auf Kurzzeitvermietungen angewiesen, weil Hotels bestimmte Dinge schlicht nicht bieten: mehrere Schlafzimmer, vollausgestattete Küchen, gemeinsame Wohnbereiche, Waschmaschine. Wenn Städte diese Angebote streichen oder einschränken, verlieren Gruppen nicht nur Komfort – sie verlieren die Unterkunftsart, die Gruppenreisen überhaupt bezahlbar macht.

Ein Rechenbeispiel: Sechs Freunde teilen sich eine Wohnung in Barcelona für 250 Euro pro Nacht – das sind rund 42 Euro pro Person. Sechs Freunde buchen drei Hotelzimmer à 150 Euro – macht 150 Euro pro Person, also mehr als das Dreifache. Dazu kommen der Verlust der Küche, des gemeinsamen Wohnraums und des Gefühls, wirklich zusammen zu reisen – statt nur im selben Gebäude zu schlafen.

Alternativen gibt es durchaus, sie erfordern aber mehr Recherche. Lizenzierte Aparthotels arbeiten mit gewerblichen Tourismuslizenzen, die von Wohnungsschutzgesetzen nicht betroffen sind. Serviced Apartments in Städten wie Berlin und Amsterdam bieten Mehrzimmer-Grundrisse mit dem rechtlichen Schutz eines Hotels. Manche Verwaltungsgesellschaften halten Portfolio-Lizenzen für Dutzende Einheiten – das macht sie widerstandsfähiger gegen regulatorische Änderungen als einzelne Gastgeber, die ein Zimmer weitervermieten.

Alternativen für Gruppenbuchungen

Schau dir lizenzierte Aparthotels an (Aparthotels mit Tourismuslizenzen, die nicht widerrufen werden), Serviced Apartments oder Direktbuchungen bei Immobilienverwaltern, die über die richtigen Genehmigungen verfügen. Diese Optionen bieten dir Mehrzimmer-Grundrisse mit der rechtlichen Sicherheit, die ein zufälliges Airbnb-Inserat möglicherweise nicht hat.

Das eigentliche Risiko für Gruppen sind nicht höhere Preise – es sind kurzfristige Stornierungen. Wenn die Kontrollen zunehmen, werden Gastgeber, die ihre Lizenz verlieren oder ihr Nächte-Kontingent überschreiten, gezwungen sein, bestehende Buchungen abzusagen. Das kann Wochen oder sogar Tage vor der Reise passieren. Wir haben erlebt, wie Gruppenreisen geplatzt sind, weil die Wohnung drei Wochen vorher storniert wurde – und in der Hochsaison in Barcelona sechs Hotelzimmer aufzutreiben, ist kein Vergnügen. Wenn ihr eure Reiseroute rund um den Standort einer bestimmten Wohnung geplant habt, bringt eine Stornierung nicht nur Unannehmlichkeiten – sie kann die gesamte Reise durcheinanderbringen.

Wenn du eine Gruppenreise durch mehrere europäische Städte planst, können Planungs-Apps für Gruppenreisen dabei helfen, alternative Unterkünfte zu koordinieren – damit eine einzelne Stornierung nicht die gesamte Reiseplanung zum Einsturz bringt.

Aquarellillustration einer geräumigen mediterranen Wohnungsküche mit Essbereich, eingerichtet für eine Gruppe: ein langer Holztisch mit sechs verschiedenen Stühlen

So schützt du dich: Checkliste für Reisende 2026

Du musst Airbnb nicht komplett meiden. Aber du solltest in regulierten europäischen Städten bewusster buchen. Wer Probleme bekommt, sind diejenigen, die das billigste Inserat buchen, ohne zu prüfen, ob es legal ist. Ein wenig Sorgfalt vor der Buchung kann viel Ärger ersparen. So gehst du am besten vor:

  1. Registrierungsnummer prüfen Jede legale Kurzzeitvermietung in der EU muss bis Mai 2026 eine Registrierungsnummer anzeigen. Wenn ein Inserat keine hat – nicht buchen. Diese Nummer ist dein Nachweis, dass der Gastgeber legal vermietet.
  2. Lizenz auf Gültigkeit prüfen Registrierungsnummern können ablaufen oder widerrufen werden. In Barcelona zum Beispiel kannst du die HUT-Nummer des Gastgebers im offiziellen Stadtregister prüfen. In Paris solltest du sicherstellen, dass der Gastgeber sein 90-Nächte-Limit nicht überschritten hat. Diese Übersicht zu europäischen Reiseregeln hilft dir zu verstehen, worauf du achten musst.
  3. Flexibel stornierbar buchen In einem Markt, in dem Gastgeber mitten in der Buchung ihre Genehmigung verlieren können, schützen dich flexible Stornierungsbedingungen. Achte auf mindestens kostenlose Stornierung bis 48 Stunden vor Anreise.
  4. Alternativunterkunft in der Hinterhand haben Suche dir zwei bis drei Hotels oder Aparthotels in der Nähe deiner Mietwohnung, bevor du losfährst. Falls dein Airbnb storniert wird, musst du nicht in letzter Minute zu überhöhten Preisen suchen.
  5. Reiseversicherung mit Stornierungsschutz abschließen Die meisten Policen decken vom Gastgeber veranlasste Stornierungen ab – lies aber das Kleingedruckte. Unser Reiseversicherungs-Ratgeber erklärt, was tatsächlich abgedeckt ist und was nicht.
  6. Alle Bestätigungsdokumente offline speichern Lade deine Buchungsbestätigung, die Registrierungsnummer des Gastgebers und Zahlungsbelege herunter. Bei einem Streitfall brauchst du sie griffbereit. Eine Reisedokumenten-Checkliste hilft dir, den Überblick zu behalten.
Aquarellillustration von Reisevorbereitungsdokumenten, ausgebreitet auf einem Holzschreibtisch

Das große Ganze: Warum die Städte so handeln

Als Reisender ist es leicht, frustriert zu sein, wenn die Unterkunftsmöglichkeiten weniger werden. Doch die Regulierungen kommen nicht aus dem Nichts. Europäische Städte reagieren auf eine Wohnungskrise, die durch Kurzzeitvermietungen verschärft wurde.

Barcelonas Mieten sind in den letzten zehn Jahren um 62,1 % gestiegen. In Florenz sprangen die Mietpreise seit 2016 um 42 % – im selben Zeitraum, in dem die Airbnb-Inserate im historischen Zentrum von 6.000 auf über 14.000 wuchsen, 75 % davon konzentriert auf nur 5 % der Stadtfläche. Spanien hat landesweit über 53.000 nicht genehmigte Touristenwohnungen aus den Registern entfernt.

Die Position der EU ist nicht tourismusfeindlich. Es geht darum, dass Kurzzeitvermietungsplattformen sich von einem Nebenverdienst für Eigenheimbesitzer zu einem industriellen Großbetrieb entwickelt haben – und die lokalen Vorschriften nicht Schritt halten konnten. Verbraucherrechtsminister Pablo Bustinduy formulierte es bei der Verkündung der 65-Millionen-Euro-Strafe für Spanien deutlich: Es gebe „Tausende Familien, die am Rand des Abgrunds leben“ wegen der Wohnungsknappheit, während manche Unternehmen von „Geschäftsmodellen profitieren, die Menschen aus ihren Wohnungen vertreiben“.

Das „Warum“ zu verstehen ist auch für Reisende wichtig. Städte, die sich von Touristen respektiert fühlen, sind gastfreundlichere Orte. Eine lizenzierte, legale Unterkunft zu buchen schützt nicht nur vor Bußgeldern oder Stornierungen – es ist ein Beitrag zu einem Tourismusmodell, das Anwohner nicht aus ihren Vierteln verdrängt. Und wenn du auf der richtigen Seite der örtlichen Vorschriften bleiben willst: Unser Ratgeber zu Dingen, die man in Europa 2026 besser nicht tun sollte, behandelt die Regeln, die Touristen am häufigsten überraschen.

Wir wollen zeigen, dass es sich von nun an nicht mehr lohnt, in Ferienwohnungen zu investieren.

Pariser Stadtverwaltung, laut Fortune, März 2026

Aquarellillustration einer ruhigen europäischen Wohnstraße bei Sonnenuntergang, Wäsche auf Leinen zwischen Balkonen alter Steinhäuser, ein Fahrrad lehnt an der Wand

Zeitplan: Was kommt und wann

Die regulatorischen Änderungen kommen nicht alle auf einmal. Hier siehst du, was bereits passiert ist und was noch bevorsteht – damit du entsprechend planen kannst.

  1. Oktober 2023 Florenz verbietet neue Kurzzeitvermietungen in seinem UNESCO-geschützten historischen Zentrum.
  2. November 2024 Frankreich verabschiedet das Loi Le Meur. Die 90-Nächte-Obergrenze für Paris gilt ab 1. Januar 2025.
  3. März 2025 Spaniens Verfassungsgericht bestätigt Barcelonas Lizenz-Auslaufplan.
  4. Dezember 2025 Spanien verhängt 65 Millionen Euro Bußgeld gegen Airbnb wegen 65.122 nicht lizenzierter Inserate.
  5. 1. April 2026 Amsterdam senkt das Limit in den zentralen Vierteln von 30 auf 15 Nächte pro Jahr.
  6. 20. Mai 2026 Die EU-Verordnung 2024/1028 tritt vollständig in Kraft. Alle Mitgliedstaaten müssen Registrierungssysteme und Infrastruktur für den Datenaustausch betriebsbereit haben.
  7. November 2028 Barcelonas 10.101 Ferienwohnungslizenzen laufen aus. Keine Verlängerung.

Der 20. Mai 2026 ist der Wendepunkt. Ab diesem Datum müssen Plattformen wie Airbnb Registrierungsnummern aktiv prüfen und Daten mit Behörden in allen 27 EU-Ländern austauschen. Der Vollzug, der bisher freiwillig war, wird systematisch und automatisiert. Wenn du Ende 2026 oder später nach Europa reist, rechne damit, dass sich die Unterkunftslandschaft spürbar von der unterscheidet, die noch ein Jahr zuvor bestand.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich 2026 noch eine Airbnb-Unterkunft in Europa buchen?

Ja, Kurzzeitvermietungen sind nicht europaweit verboten. Die EU-Verordnung vereinheitlicht Registrierung und Durchsetzung, aber jede Stadt legt ihre eigenen Regeln fest. In den meisten europäischen Städten werden legale Airbnb-Inserate mit gültiger Registrierungsnummer weiterhin verfügbar sein. Die Städte mit den strengsten Einschränkungen sind Barcelona (komplettes Aus bis 2028), Amsterdam (15 Nächte in zentralen Gebieten) und Paris (90-Nächte-Limit mit konsequenter Kontrolle).

Was passiert, wenn mein Airbnb-Gastgeber während meines Aufenthalts ein Bußgeld erhält oder seine Lizenz verliert?

Verliert ein Gastgeber seine Lizenz, ist er verpflichtet, bestehende Buchungen zu stornieren. Airbnb erstattet dir den vollen Betrag – aber eine vergleichbare Unterkunft in letzter Minute in einer regulierten Stadt zum gleichen Preis zu finden, ist unwahrscheinlich. Buche mit flexiblen Stornierungsbedingungen und halte einen Alternativplan bereit.

Sind Hotels in Europa inzwischen wirklich günstiger als Airbnb?

In vielen Städten, ja. Ein Euronews-Vergleich von 20 europäischen Städten ergab durchschnittliche Airbnb-Preise von 284 Euro pro Nacht gegenüber 244 Euro für Hotels. Allerdings kann Airbnb für Gruppen, die sich eine Mehrzimmerwohnung teilen, weiterhin günstiger sein – und die Preise variieren stark je nach Stadt.

Gilt die EU-Verordnung auch für Booking.com und VRBO?

Ja. Die EU-Verordnung 2024/1028 gilt für alle Online-Plattformen für Kurzzeitvermietungen – nicht nur für Airbnb. Booking.com, VRBO und jede Plattform, die Aufenthalte unter 30 Tagen vermittelt, müssen Registrierungsnummern prüfen und Daten an die Behörden weitergeben.

Was ist eine Registrierungsnummer und wie prüfe ich ihre Echtheit?

Eine Registrierungsnummer ist eine eindeutige Kennung, die einer Unterkunft von den Behörden zugewiesen wird und bestätigt, dass sie legal als Kurzzeitvermietung betrieben werden darf. Bis Mai 2026 muss jedes EU-Inserat eine solche anzeigen. Die meisten Städte führen öffentliche Register, in denen du die Nummern überprüfen kannst. In Spanien suchst du nach der NRU (eindeutige Registrierungsnummer). In Frankreich nutzt du das nationale Registrierungsportal. Eine aktuelle Übersicht zu den Registrierungssystemen in Europa bietet Euronews.

Betreffen diese Regeln auch meine Reise nach Großbritannien?

Großbritannien ist nicht mehr in der EU, daher gilt die Verordnung 2024/1028 dort nicht. Allerdings setzt London eigenständig ein 90-Nächte-Jahreslimit für komplette Airbnb-Wohnungen durch. Edinburgh und andere britische Städte haben ihre eigenen Einschränkungen. Informiere dich immer über die örtlichen Regeln – unabhängig vom EU-Mitgliedsstatus.

Sollte ich europäische Airbnbs komplett meiden und nur Hotels buchen?

Nicht unbedingt. Legale, registrierte Airbnbs bleiben eine gute Wahl – besonders für längere Aufenthalte und Gruppen. Entscheidend ist, dass das Inserat eine gültige Registrierungsnummer hat, du flexible Stornierungsbedingungen wählst und einen Alternativplan bereithältst. Unseren vollständigen Vergleich, wann welche Plattform sinnvoll ist, findest du in unserem Airbnb vs. Booking.com Vergleich.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die EU-Verordnung 2024/1028 tritt am 20. Mai 2026 vollständig in Kraft und schreibt Gastgeber-Registrierung, Plattform-Verifizierung und monatlichen Datenaustausch in allen 27 Mitgliedstaaten vor.
  • Barcelona lässt alle 10.101 Ferienwohnungslizenzen bis November 2028 auslaufen. Amsterdam hat sein Limit in den zentralen Vierteln auf 15 Nächte gesenkt. Paris reduzierte auf 90 Nächte mit Bußgeldern über 100.000 Euro.
  • Prüfe bei jedem europäischen Kurzzeitvermietungs-Inserat die Registrierungsnummer. Keine Nummer bedeutet kein rechtlicher Schutz, falls etwas schiefgeht.
  • Gruppenreisende trifft es am stärksten: Weniger Mehrzimmerwohnungen verfügbar und höheres Risiko kurzfristiger Stornierungen durch Gastgeber, die ihre Genehmigung verlieren.
  • Hotels sind in vielen europäischen Städten preislich mit Airbnb vergleichbar. Lizenzierte Aparthotels bieten gruppenfreundliche Grundrisse mit rechtlicher Absicherung.
  • Buche mit flexiblen Stornierungsbedingungen und habe eine Alternativunterkunft in der Hinterhand. Bewahre Bestätigungsdokumente, Registrierungsnummern und Ausweichoptionen an einem Ort auf, damit eine stornierte Buchung nicht die ganze Reise ins Wanken bringt.
  • Mache dich mit den örtlichen Regeln an deinem Reiseziel vertraut, bevor du buchst. Die Vorschriften unterscheiden sich von Stadt zu Stadt erheblich.
  • Die Regulierungen werden nicht verschwinden. Stelle dich auf eine europäische Unterkunftslandschaft ein, die sich dauerhaft von der vor fünf Jahren unterscheidet.

Quellen

  1. EUR-Lex: EU-Verordnung 2024/1028 – Volltext der Verordnung über Kurzzeitvermietungsdaten
  2. EUR-Lex Zusammenfassung: Online-Kurzzeitvermietungsdienste – Datenerhebung und -weitergabe
  3. Eurostat: Übernachtungszahlen über Plattformen erreichen fast eine Milliarde (April 2026)
  4. Euronews: Spanien verhängt 65-Millionen-Euro-Bußgeld gegen Airbnb (Dezember 2025)
  5. Rental Scale Up: Analyse des Kurzzeitvermietungsverbots in Barcelona
  6. Fortune: Paris als Zentrum von Europas Vorgehen gegen illegale Airbnbs (März 2026)
  7. HomeSelect Paris: Vorschriften für Airbnb-Vermietungen in Paris 2026 – Loi Le Meur im Detail
  8. NL Times: Amsterdam senkt Ferienvermietungslimit auf 15 Nächte in acht Stadtvierteln
  9. Hostaway: Airbnb-Regeln in Amsterdam 2026
  10. EU Perspectives: Städte in ganz Europa verschärfen Airbnb-Vorschriften
  11. CNN Travel: Florenz plant Verbot neuer Airbnbs wegen Übertourismus
  12. GuestReady: Die 90-Tage-Regel für Airbnb in London
  13. Euronews: Airbnb oder Hotel in Europa? Kostenvergleich 2025
  14. BDO Global: Spanien erwägt 21 % Mehrwertsteuer auf kurzzeitige Tourismusvermietungen
  15. EU Tourism Platform: Neubetrachtung von Vermietungen – wie die EU Datenlücken im Tourismus schließt
  16. Euronews Travel: Alle neuen Reiseregeln in Europa für 2026
  17. Idealista: Barcelona setzt Frist bis 2028 für das Aus von Touristenwohnungen
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