Tag 1: Stephansdom, die Kirchen und die Pestsäule am Graben, die Hofburg, die Albertina und die Staatsoper, zu Fuß und zum Abschluss ein Schnitzel. Tag 2: die Zwillingsmuseen Kunsthistorisches Museum und Naturhistorisches Museum, der barocke Prunksaal, der Heldenplatz sowie Parlament und Burgtheater am Ring, aufgelockert durch ein klassisches Kaffeehaus. Tag 3: Schloss Schönbrunn und der älteste Zoo der Welt mit der U-Bahn, dann der Naschmarkt, die goldene Kuppel der Secession, die Kuppel der Karlskirche und Klimt im Belvedere. Für einen dreitägigen Besuch schlägt ein 7-Tage-Ticket meist mehrere einzelne 24-Stunden-Tickets, und wer Montage von den museumslastigen Tagen freihält, hält die Route offen.
Tag 1: Die Altstadt zu Fuß: Dom, Hofburg und Kaffeehäuser
Tag eins verlässt die Altstadt nie, und muss es auch nicht: Alles liegt innerhalb von zwanzig Gehminuten vom Dom entfernt. Plätze, barocke Kirchen, die Höfe der Hofburg und das eine oder andere Kaffeehaus, alles zu Fuß, während dein Gepäck schon im Hotel wartet. In ein paar der Kirchen gehst du hinein, die übrigen reichen als kurzer Blick vom Platz aus.
St. Stephen's Cathedral
Der Steffl, der 136 Meter hohe Südturm, den die Wiener wie einen alten Freund benannt haben, prägt die Skyline schon seit den 1430er-Jahren, mit 343 Stufen hinauf zur Aussichtsstube. Darüber verwandeln 230.000 glasierte Dachziegel das Dach in einen riesigen Doppeladler, und die Pummerin im Nordturm wurde aus erbeuteten Kanonen der Belagerung von 1683 gegossen.
Stephansplatz
Der Platz rund um den Dom ist der Punkt, auf den jede Wien-Karte zentriert, wo sich zwei U-Bahn-Linien unter deinen Füßen kreuzen und das verspiegelte Haas-Haus die gotische Turmspitze in sich zurückwirft. Er ist weniger ein Ziel als das Scharnier, um das sich die Altstadt dreht, du wirst also mehr als einmal hier vorbeikommen.
Pestsäule
Auf halber Strecke des Grabens, der Fußgängerachse, die vom Dom nach Westen führt, bricht eine überschäumende Barocksäule in vergoldeten Wolken und stürzenden Figuren hervor. Sie ist das Denkmal der Stadt für die Pest, die Wien in den 1670er-Jahren entvölkerte, und sie wurde zum Vorbild für die Dreifaltigkeitssäulen, die in ganz Mitteleuropa nachgebaut wurden.
St. Peter's Church
Gleich neben dem Graben verbirgt die Peterskirche hinter einer schmalen Fassade eines der theatralischsten Barockinterieurs Wiens: eine grüne Kupferkuppel, rosa Marmor, Vergoldungen und ein Deckenfresko, das das Dach förmlich abzuheben scheint. An den meisten Nachmittagen finden kostenlose Orgelkonzerte statt, ein Blick in den Spielplan lohnt sich, falls die Zeiten passen.
Demel
Demel glasiert und vergoldet seine Torten als kaiserlich-königlicher Hofzuckerbäcker, seit Kaiser Franz Joseph dem Haus 1874 diesen Titel verlieh, und die Schaufenster am Kohlmarkt sind bis heute ein kleines Theater. Bestell die Anna-Torte oder ein Stück der hauseigenen Sachertorte, sieh dem weiß behandschuhten Verkaufspersonal bei der Arbeit zu, und bezahl dabei fast so sehr für den Raum wie für die Torte.
St. Michael's Church
Gegenüber dem Kuppeltor der Hofburg vereint die Michaelerkirche einen romanischen Kern mit barocker Überformung, und darunter liegt eine Gruft, in der trockene Luft eingesargte Wiener Adelige auf natürliche Weise mumifizierte, noch in ihrer Kleidung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Führung durch die Gruft ist der eigentliche Grund für einen Halt hier, das Kirchenschiff darüber reicht für einen kurzen Blick.
Hofburg Palace
Von hier aus regierten die Habsburger fast siebenhundert Jahre lang ein Reich, und die Hofburg wuchs mit ihnen auf achtzehn Trakte und rund 2.600 Räume an. Österreichs Bundespräsident arbeitet heute hinter einer dieser Fassaden. Ein ganzer Tag verschwindet leicht darin, ein Spaziergang durch die Höfe und vorbei am Kuppeltor Michaelertor ist die kostenlose Variante.
Albertina
Herzog Albert begann hier 1776 mit dem Sammeln von Zeichnungen, und die Albertina besitzt heute über eine Million Druckgrafiken und 60.000 Zeichnungen, darunter Dürers unfassbar präzisen Feldhasen von 1502. Das Original ist extrem lichtempfindlich und wird nur für kurze Zeiträume gezeigt, prüf also die aktuellen Ausstellungen der Albertina, bevor du fest damit rechnest, ihn zu sehen. Die vergoldeten habsburgischen Prunkräume im Obergeschoss sind den Aufstieg immer wert.
Vienna State Opera
Das Haus bezeichnet sich selbst als größte Repertoire-Oper der Welt und wechselt pro Saison durch Dutzende Produktionen, statt eine einzige zu wiederholen. Falls ein Opernabend außer Reichweite scheint: Ein paar hundert Stehplätze gehen tagesaktuell für ein paar Euro in den Verkauf, ansonsten führt dich die 40-minütige Führung über die große Treppe hinein in den Zuschauerraum.
Figlmüller
Figlmüller serviert sein Wiener Schnitzel seit den frühen 1900er-Jahren in einer Gasse abseits des Stephansplatzes, und hier gibt es die Postkartenversion: Kalbfleisch so dünn und breit geklopft, dass es über den Tellerrand hängt. Komm hungrig, rechne mit Wartezeit oder reservier vorab, und bestell ohne schlechtes Gewissen den offensichtlichen Klassiker.
Tag 2: Der Ring: Kaiserliche Museen und prachtvolle Boulevards
Tag zwei folgt der Ringstraße, dem prachtvollen Boulevard, den der Kaiser über den alten Stadtmauern anlegen ließ. Zwei einander spiegelnde Museen, eine barocke Bibliothek, das Parlament und das Burgtheater reihen sich daran auf, nah genug, um sie zu Fuß zu erreichen, mit der Ringstraßenbahn als Rückfalloption, falls die Beine streiken.
Kunsthistorisches Museum
Die Habsburger kauften über Jahrhunderte Kunst, und hier landete das Beste davon: Vermeer, Velázquez, Raffael und vor allem die weltweit größte Sammlung von Pieter Bruegel dem Älteren, zwölf Tafelbilder in einem einzigen Raum, darunter Jäger im Schnee. Verbring die meiste Zeit in der Gemäldegalerie im ersten Stock, das Gebäude selbst ist schon die halbe Show.
Natural History Museum
Das spiegelbildliche Zwillingsgebäude des Kunsthistorischen Museums auf der anderen Seite des Maria-Theresien-Platzes beherbergt die 29.500 Jahre alte Venus von Willendorf, eine handtellergroße Kalksteinfigur, die 1908 in Niederösterreich ausgegraben wurde, dazu den größten öffentlich zugänglichen Meteoritensaal der Welt. Die beiden Gebäude entstanden gemeinsam aus demselben Stein, eine einzige große Geste, die sich selbst gegenübersteht.
MuseumsQuartier
Hinter der langen Barockfassade der ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen erstreckt sich eines der größten Kunstviertel der Welt: Museen für moderne Kunst, Cafés und, in den Höfen, bunte Emaille-Liegen, auf denen Studierende und Besucher stundenlang herumlungern. Auch ohne Ticket funktioniert es als Verschnaufpause zwischen den anstrengenderen Stopps.
Heldenplatz
Der weite offene Platz vor der Hofburg hat Österreichs Geschichte in voller Lautstärke erlebt, von kaiserlichen Paraden bis zur Menge, die 1938 den Anschluss bejubelte. Heute ist er vor allem Kies, Reiterstandbilder und Platz zum Durchatmen. Jeden Oktober füllt ihn der Nationalfeiertag mit Militärgerät, Freiluftausstellungen und Menschenmassen.
Austrian National Library
Der Prunksaal in der Hofburg ist die Barockbibliothek, die jeder vor Augen hat: 77 Meter Nussbaumregale unter einer freskengeschmückten Kuppel, in den 1720er-Jahren für Kaiser Karl VI. errichtet von Vater und Sohn Fischer von Erlach. Er beherbergt 200.000 Lederbände, darunter die 15.000 Bände umfassende Bibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen. Komm für den Raum, nicht zum Lesen.
Café Central
Unter den gewölbten Arkaden des Palais Ferstel schenkt das Café Central seit 1876 Kaffee aus und zählte einst Trotzki zu den Stammgästen, die stundenlang bei einer einzigen Tasse über den kostenlosen Zeitungen saßen. Die Schlange davor ist real, also komm früh oder spät, bestell einen Melange und genieß das Warten.
Burgtheater
Gegenüber dem Rathaus auf der anderen Seite des Rings ist das Burgtheater eine der bedeutendsten Bühnen des deutschsprachigen Raums, und ein junger Gustav Klimt bemalte in den 1880er-Jahren zusammen mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch einen Teil der Deckenfresken über den beiden Treppenhäusern. Tagsüber kommst du nicht einfach hinein, aber die Fassade und eine Führung zeigen diese Fresken.
Austrian Parliament Building
Die Front im Stil eines griechischen Tempels am Ring, ganz aus Säulen und mit dem Pallas-Athene-Brunnen davor, öffnete 2023 nach einer fünfjährigen Restaurierung wieder, bei der neue öffentliche Hallen unter den alten Sälen entstanden. Wenn das Parlament nicht tagt, kannst du den Plenarsaal besichtigen, ansonsten belohnen Athene und der Giebel schon einen langsamen Spaziergang am Boulevard entlang.
Tag 3: Schönbrunn, der Naschmarkt und das Belvedere
Tag drei wird weitläufiger. Ein Vormittag in Schönbrunn am westlichen Ende der U-Bahn, dann zurück in die Stadt zum Naschmarkt, zur Secession, zur Karlskirche und ins Belvedere. Das Obere Belvedere lässt nur bis etwa 17:30 Uhr Besucher hinein, deshalb liegt es hier am frühen Nachmittag, direkt nach der Karlskirche, nicht als letzter Programmpunkt.
Schönbrunn Palace
Maria Theresia baute dieses Schloss in den 1740er-Jahren zur habsburgischen Sommerresidenz um, und seine 1.441 Zimmer, die formalen Gärten und die Gloriette auf dem Hügel brachten ihm 1996 den UNESCO-Welterbestatus ein. Du wirst nicht alles sehen, die Prunkräume und ein Spaziergang hinauf zur Gloriette bilden den Kern des Besuchs. Die Prunkräume sind nur mit Zeitfenster-Ticket zugänglich und in der Saison oft ausgebucht, buch also vorab online eine Grand-Tour-Eintrittskarte, die Gärten sind kostenlos. Komm zur Öffnung, um den Reisebussen zuvorzukommen.
Schönbrunn Zoo
Auf dem Schlossgelände liegt der älteste noch bestehende Zoo der Welt, 1752 als kaiserliche Menagerie angelegt, mit einem barocken Pavillon in der Mitte, in dem der Kaiser einst inmitten der Tiere frühstückte. Die Koalas, die Pandas, wenn gerade welche vor Ort sind, und eben dieser Originalpavillon sind die Höhepunkte, und dank der kompakten Anlage schaffst du das Wichtigste an einem einzigen Vormittag.
Naschmarkt
Der größte Markt Wiens zieht sich über einen halben Kilometer Gewürzstände, Käsetheken und Mezze zum Hinsetzen entlang des alten Flusslaufs. Samstags wird das hintere Ende zum weitläufigen Flohmarkt der Stadt, Hunderte Stände mit Vinyl, Porzellan und fremden Dachböden. Am besten probierst du dich durch, statt dich auf einen Teller festzulegen, und am Flohmarkt-Ende wird gefeilscht. Die festen Marktstände schließen sonntags und an Feiertagen (die Restaurants zum Hinsetzen bleiben offen), wenn dir also der Markt selbst wichtig ist, leg Tag 3 auf einen beliebigen Tag außer Sonntag.
Theater an der Wien
Dieses unscheinbar wirkende Opernhaus an der Wienzeile war 1805 Schauplatz der Uraufführung von Beethovens einziger Oper Fidelio, erbaut von Emanuel Schikaneder, dem Impresario hinter Mozarts Zauberflöte. Es ist eine aktive Bühne und kein Besichtigungsziel, bewundere die Fassade mit ihrem theatralischen Figurenschmuck also im Vorbeigehen zum Markt oder zur Secession.
Secession Building
Klimt und seine Mitstreiter kehrten 1897 dem etablierten Wiener Kunstbetrieb den Rücken und errichteten sich diesen weißen Kubus, gekrönt von einer Kuppel aus rund 3.000 vergoldeten Lorbeerblättern, im Volksmund „goldenes Krauthappel“ genannt. Unten zieht sich Klimts Beethovenfries über drei Wände, gemalt für eine einzige Ausstellung 1902 und seither nie wieder abgehängt.
Karlsplatz
Mehr Verkehrsknotenpunkt als Platz, verbirgt der Karlsplatz noch immer Otto Wagners grün-goldene Zwillingspavillons, Jugendstil-Juwelen aus der Stadtbahn der 1890er-Jahre, gestrandet in einem Park, in dessen flachem Wasserbecken sich die Kirche spiegelt. Eher durchqueren als verweilen, mit Wagners Pavillons und dem Wasser, die die große Kuppel voraus einrahmen.
Karlskirche
Diese grüne Kuppel voraus gehört zu Wiens prachtvollster Barockkirche, von einem Kaiser während der Pest von 1713 gelobt und mit zwei Säulen nach dem Vorbild der Trajanssäule in Rom versehen. Innen fährt, wenn installiert, ein Panoramalift rund 32 Meter hinauf in die Kuppel, nah genug, um den Pinselstrich in Rottmayrs Fresko von 1725 zu erkennen, und weiter hinauf zu einem Ausblick über die Dächer der Stadt; prüf die Website der Kirche, bevor du fest damit rechnest.
Belvedere
Prinz Eugen von Savoyen ließ dieses Barockschloss-Paar zwischen 1717 und 1723 errichten, und das Obere Belvedere beherbergt heute die weltgrößte Klimt-Sammlung, vierundzwanzig Gemälde angeführt von Der Kuss in seinem schimmernden Gold. Der österreichische Staat kaufte Der Kuss 1908 direkt von der Wand weg; die terrassierten Gärten zwischen den Schlössern kosten keinen Eintritt.
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Gut zu wissen
- Nimm die S7 bis Wien Mitte, sie kostet nur einen Bruchteil des Flughafenexpress-Tarifs und fährt auf dem normalen Schienennetz, der einfache günstige Weg hinein, ganz ohne Auto.
- Vergleiche für deine genauen Daten ein 7-Tage-Ticket mit einzelnen 24-Stunden-Tickets; für einen dreitägigen Besuch ist das Wochenticket meist die günstigere, einfachere Wahl und gilt für jede U-Bahn, Straßenbahn und jeden Bus. Aktuelle Tickettypen findest du auf wienerlinien.at.
- Die Innenbesichtigung des Schlosses läuft über Zeitfenster und ist in der Saison oft ausgebucht. Reservier deinen Grand-Tour-Termin online für den frühen Morgen, damit du drinnen bist, bevor die Reisebusgruppen eintreffen; die Gärten brauchen kein Ticket.
- Alles an Tag eins ist zu Fuß erreichbar, und die U-Bahn bringt dich in Minuten nach Schönbrunn und ins Belvedere. Die Altstadt ist dicht bebaut, Parken ist teuer und ein Großteil des Zentrums ist Fußgängerzone, Erstbesucher fahren also deutlich besser mit Zug und zu Fuß.
- Der Südturm des Stephansdoms ist ein Aufstieg über 343 Stufen ohne Aufzug (der Nordturm mit der Pummerin hat einen); die Kuppel der Karlskirche erreichst du per Lift; Schönbrunns Prunkräume, der Naschmarkt und die meisten Museen sind stufenfrei und kinderwagentauglich.
- Das Kunsthistorische Museum, die Secession und der Prunksaal der Nationalbibliothek schließen alle montags, und das Naturhistorische Museum schließt dienstags. Fällt ein Montag in deine Reise, leg diesen Tag auf die Fußroute von Tag eins, da dort nichts davon schließt, und halte die beiden Museumstage in der Wochenmitte.
- Karten funktionieren fast überall, aber Trinkgeld im Kaffeehaus, die Flohmarktstände am Naschmarkt und manche Spendenboxen in Kirchen laufen noch mit Münzen und Scheinen. Zwanzig Euro in Kleingeld decken die Lücken ab, in die Erstbesucher meist stolpern.
- Kleingruppen-Rundgänge durch die Altstadt und Tagesausflüge nach Hallstatt werden pro Person berechnet und werden spürbar günstiger, sobald ihr zu viert oder mehr gemeinsam bucht. Frag den Anbieter nach einem Gruppentarif, statt einzeln zu buchen.
- Figlmüller, das Café Central und das Sacher sind schnell voll, und wer als Gruppe von vier oder mehr ohne Reservierung ankommt, wartet meist lange. Buch ein bis zwei Tage im Voraus, besonders zum Abendessen und an Wochenendnachmittagen.






